Die Hand- und Sitzhaltung

Die Sitzhaltung ist zwar sehr wichtig, aber meistens bereits nach kurzer Zeit eingeübt. Anders sieht es mit der Handhaltung und der Stabilität der Finger aus. Die Hand ist ein komplexes Gebilde, so dass es oft deutlich länger braucht, eine in jedem Fall optimale Handhaltung zu erreichen.

Einige Aspekte gehören unbedingt in den Anfangsunterricht: Fingerstabilität (leicht runde Fingerhaltung in der Regel), Vermeidung von Druck (wir verwenden stattdessen einen Teil des Armgewichts), Platz unter der Hand lassen für Daumenuntersätze und das Spiel aus den Fingern.

Gerade Kinder im Grundschulalter spüren, dass ihre Finger noch nicht ausreichend stabil sind. Das versuchen sie auszugleichen, indem sie jeden Ton aus dem Arm spielen oder ,noch ungünstiger - drücken. Da die Finger sind doppelt so schnell sind wie der Arm, sind hier Geschwindigkeitseinbußen vorprogrammiert. Mit wachsender Fingerstabilität wir es dann zunehmend einfacher, aus den Fingern zu spielen.

Dieser Prozess kann langwierig sein und muss unaufgeregt beharrlich verfolgt werden. Es ist am besten, den entwicklungs-physiologisch geeigneten Zeitpunkt abzuwarten. Wenn dann die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind (je nach persönlicher Anlage in unterschiedlichem Alter), lässt sich die Fingerstabilität mit einer relativ kurzen intensiven Bearbeitung in wesentlich kürzerer Zeit erreichen.