Konzeption | Jochen Kötter - Klavierlehrer in Hagen

Konzeption

Das Konzept für den langjährigen Klavierunterricht ist kontinuierlich aufeinander aufbauend angelegt. Die Dauer der Lernphasen wird stark beeinflusst durch Übeintensität, Alter, Begabung, Unterstützung durch die Eltern und persönlichen Eigenschaften des Schülers – dies kann durchaus mal mehrere Jahre Unterschied ausmachen.

 

Diese erste Phase des Klavierunterrichts dauert etwa 2 Jahre. In dieser Zeit solte der Grundstein für eine vertrauensvolle Schüler–Lehrer–Verbindung gelegt werden. Weiterhin gehören u.a. folgende Punkte in die Anfangsausbildung:
 

  • Anfänge bewußten Hörens von Musik

  • Notenlesen und das Erfassen des Notenbildes

  • Erste Erfahrungen mit der Methodik des Übens

  • Allmähliche Gewöhnung an eine günstige Hand– und Sitzhaltung

  • Grundsätzliche Spieltechniken

  • Tonarten mit bis zu 3 Vorzeichen

  • Rhythmisch gleichmäßiges Spiel und erste Schulung des Taktempfindens

  • Einstieg in das Pedalspiel

Unterstufe 1 - Anfänger
 
Unterstufe 2 - Fortgeschrittene Anfänger

Der Schüler verfügt nun über grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse, die es nun in den nächsten zwei Jahren systematisch auszubauen gilt. Die Literatur wird vielseitiger und stilistisch reichhaltiger. An Lernstoff kommen u.a. hinzu:
 

  • spezielle Spieltechniken wie Doppelgriffe, schnelle Läufe, Melodiegestaltung, erweiterte Pedaltechniken

  • Stücke mit mehreren gleichwertigen Stimmen (Polyphonie)

  • erweiterste Tastsicherheit auf der Tastatur

  • Anfänge der Dramaturgie (sinnvoller Einsatz von Dynamik)

  • Einführung in die Kunst des ästhetischen Klavierklangs

  • erste Werke von Meistern wie Bach, Mozart, Beethoven, Mozart oder Chopin

  • freie Begleitung von Melodien

  • erste Kompositionstechniken

 
Mittelstufe - Fortgeschrittene

Der Klavierschüler hat nun die ersten Jahre erfolgreich hinter sich gebracht. Er verfügt nun über ein fundiertes Basiswissen und über ein Portfolio von technischen Fertigkeiten. Er wird sich in den kommenden Jahren mit freier Literatur auseinandersetzen, deren Auswahl er nun vermehrt mitbestimmt. Die wesentlichen Lerninhalte in dieser Phase sind:
 

  • Sicherheit im Akkordspiel mit Melodieführung in der Oberstimme

  • Ausbau der musikalischen und theoretischen Analyse-Fähigkeiten

  • maßgebliche Schulung der Spieltechnik

  • Einstieg in die feinere Stilistik (wie spiele ich Beethoven, Bach, Chopin stilgerecht?)

  • Ausprägung von musikalischen Stimmungen und Charakteren

  • Feinjustierung der Bewegungen für virtuose Geläufigkeit

  • Anwendung von theoretischem Wissen für das schnellere Erfassen des Notenbildes

  • Präzisierung des Pedalspiels

  • Verfeinerung eines ausgewogenen Klangbildes

  • erweiterte Komposition und Improvisation

 
Oberstufe - Könner und Experten

Der Klavierunterricht in der Oberstufe orientiert sich am Niveau der Musikhochschulen. Konzerte oder Klavier-Wettbewerbe gehören bei Klavierschülern der Oberstufe unabdingbar zum Unterrichtsinhalt wie auch:

 

  • Die Arbeit an der Dramaturgie größerer Werke

  • Die Entwicklung einer eigenständigen Interpretation

  • Spezialtechniken zur Lösung virtuoser Aufgaben wie etwa Doppeltriller oder Akkord- und Oktav-Kaskaden

  • Polyrhythmik (4 gegen 7, 5 gegen 9oder ähnliches)

  • Die Entwicklung eines dynamischen mehrdimensionalen Klangbildes

  • Die Magie des Klavierklangs

  • Freies, nur am Ohr orientiertes Pedalspiel (Pedalvibrato, ...)

  • Die Suche nach dem Sinn eines Werkes (Charakter-, Stimmungs- und Dramaturgie-Abfolgen

 
Unterricht mit Erwachsenen und Jugendlichen

Der Klavierunterricht unterscheidet sich vom Basisunterricht für Kinder und Jugendliche vor allem durch die größere Freiheit in den Zielen. Während die Unbestimmtheit der Ziele bei Kindern meistens erfordert, alle Wege offen zu halten, basiert der Unterricht mit Erwachsenen auf individueller Zielvereinbarung. Sind die Ziele erst einmal eindeutig geklärt und mit dem möglichen Übeaufwand in Einklang gebracht, werden die erforderlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten effizient darauf hin ausgebildet. Die vereinbarten Ziele lassen sich selbstverständlich jederzeit den Gegebenheiten anpassen.


Auch in der Art der Vermittlung gibt es einige Unterschiede zum Unterricht mit Kindern. Erwachsene neigen dazu, einen Vorgang verstehen zu wollen, bevor sie sich darauf einlassen können. Sie lernen also häufig etwas kopflastiger. Dies muss nicht in jedem Fall positiv sein – der erwachsene Schüler steht sich so manchmal leicht im Weg. Allerdings sind gerade diese Fähigkeiten in Logik und Verständnis in Verbindung mit ihrer Lebenserfahrung auch der größte Vorteil, den Erwachsene im Unterricht gegenüber Kindern haben. Dies gleicht nicht selten die Unbefangenheit, Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit der Kinder im Unterricht vollends aus.

Kommen wir zum Umgang mit der Zeit. Bei fast allen Erwachsenen gibt es Phasen, in denen sie so terminlich eingespannt sind, dass ihnen die Zeit zum Klavierüben fehlt. Kinder beginnen den Unterricht früh und schon bevor sie in die Pubertät kommen, haben sie bereits 5–6 Jahre Unterricht hinter sich, ohne es recht wahrzunehmen. Sie spielen bereits so gut, dass sie meistens nun auch dabei bleiben – wenn auch manchmal begleitet von einigen Durchhängern. Als Erwachsener muss man sich mit übeschwachen Phasen erst arrangieren und sie als normal annehmen – was sie auch sind!